Im Rahmen des diesjährigen ViennaUp Festivals nahm HanZzzel an den Creative Days Vienna teil – einem Treffpunkt für kreative Köpfe verschiedenster Disziplinen.
Ein herausragender Moment: der praxisorientierte Workshop des artificialmuseum, abgehalten im historischen Funkhaus Wien.
Das Artificial Museum beschreibt sich selbst als eine „digitale Landschaft von GPS-verankerten Augmented-Reality-Artefakten und ein Mittel zur Rückeroberung des öffentlichen Raums.“ Im Artificial Lab erstellten die Teilnehmer ihre eigenen AR-Erfahrungen – ortsgebunden und erweitert um die Idee dessen, was öffentliche Kunst sein kann. HanZzzel erkundete das Toolkit, entwickelte erste AR-Skizzen und tauschte sich lebhaft mit Künstlern und Technologen aus Wiens lebendiger Kreativszene aus.
Nach den ersten Testrunden dieser neuen digitalen Artefakte machte sich die Gruppe auf den Weg zur offiziellen Eröffnung der Creative Days im The Hoxton Vienna. Der Abend begann mit zwei Keynotes, die einen starken Eindruck hinterließen: Sean Bidder von The Vinyl Factory / 180 Studios teilte Einblicke in immersive audiovisuelle Räume, während Claire L. Evans – Autorin, Musikerin und Systemdenkerin – die Schnittstellen von Kunst, Netzkultur und neuen Medien-Zukünften untersuchte.
Für HanZzzel lieferten beide Vorträge ein zeitgemäßes Update seiner eigenen kreativen Rahmenwerke. Sean Bidders Einsichten in immersives Storytelling und die Verbindung von Musik, Bewegtbild und Architektur spiegelten HanZzels Interesse an multimedialen Erfahrungen und räumlichen Narrativen wider. Claire L. Evans stellte die menschzentrierte Sicht auf Intelligenz infrage, indem sie betonte, dass unsere Fixierung auf das menschliche Gehirn egozentrisch sei. Sie hob hervor, dass Intelligenz nicht ausschließlich im Gehirn wurzelt, sondern ein verteiltes Phänomen ist, das Körper, Umgebungen und Interaktionen einbezieht – wie man es bei Organismen wie Schleimpilzen und Ameisenkolonien sehen kann, die komplexe Probleme ohne zentrale Steuerung lösen. Ihre Perspektive stellte die mentalen Modelle der Zuhörer grundlegend infrage und lud dazu ein, Intelligenz als etwas weit Verteiltes, Verkörpertes und Ökologisches zu begreifen – jenseits des menschlichen Gehirns allein.
Der Abend endete auf der Dachterrasse mit Drinks und Gesprächen, die das Praktische mit dem Visionären verbanden. Es war ein Tag voller kreativer Dynamik – an dem neue Technologien auf alte Fragen trafen und Kunst einmal mehr ihre Rolle als Motor für Perspektivwechsel unter Beweis stellte.




